Neues von Jirina

Jirina Prekop
Jirina

Münsterländische Volkszeitung schreibt:

Ein Plädoyer für bedingungslose Liebe

 

Der Vortrag der Diplom-Psychologin Dr. Jirina Prekop am Mittwochabend stieß auf großes Interesse. Foto:
Der Vortrag der Diplom-Psychologin Dr. Jirina Prekop am Mittwochabend stieß auf großes Interesse. Foto:
(Sigrid Winkler-Borck)


Gronau - „Eltern dürfen Fehler machen.“ Diese Behauptung, die dem allgemein auf Eltern lastenden Perfektionsanspruch widerspricht, stammt von Dr. Jirina Prekop. Zweifellos machen Eltern Fehler, aber wer gibt seine Verfehlungen und Unzulänglichkeiten schon gerne zu? Somit wirkt Prekops „Erlaubnis“ einerseits befreiend; andererseits macht sie auch neugierig. Vor allem Frauen fühlten sich von dem Thema angesprochen. Die überwältigende Mehrheit der Gäste beim Vortrag der Diplom-Psychologin Prekop war weiblich. Sie referierte aus Anlass der Semestereröffnung von Familienbildungsstätte und Volkshochschule im Walter-Thiemann-Haus.


Prekop plädierte in ihrem lebhaften Vortrag vehement für die bedingungslose Liebe. Dazu gehöre nicht nur das Annehmen des anderen mit all seinen Fehlern und Eigenarten, sondern auch zu lernen, sich selbst zu lieben. Dass das, was sie da forderte, nicht leicht ist, unterstrich sie selbst, rückte aber dessen positiven Effekt in den Vordergrund: „Erst beim Ertragen von Schwierigkeiten wird die Liebe wertvoll. Nur im Konflikt kann die Liebe erneuert werden.“

Prekop thematisierte nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern ging auch immer wieder auf die Paarbeziehung der Eltern sowie den Unterschied zwischen Mann und Frau ein. Als Fundament ihres eher konservativen Weltbildes bezeichnete sie die aus Vater, Mutter und Kindern bestehende Familie, denn Kinder seien auf die sich ergänzenden Fähigkeiten der Eltern angewiesen.

Sie erläuterte weiter, dass der Mensch lernen müsse, sein Verhalten nicht von Gefühlen, sondern von Verstand und Willen zu steuern.

Bei Konflikten empfahl sie die emotionale Konfrontation, bei der jeder noch am gleichen Tag seinen Schmerz zum Ausdruck bringen müsse, damit eine Verwandlung in Liebe stattfinden könne. Prekop, die die ursprünglich in den USA begründete Festhaltetherapie weiterentwickelt hat, gab auch mit Unterstützung einer jungen Frau aus dem Publikum einen spielerischen Einblick, wie eine Konfrontation mit Festhalten ablaufen kann.

Viel Interessantes hatte die Psychologin Jirina Prekop zu erzählen. Ob man es im Alltag umsetzen kann oder will, ist eine andere Sache. Bedenkenswert bleibt aber allemal ihre Ansicht, dass das Bemühen, bei der Kindererziehung keine Fehler machen zu wollen, wohl der größte Fehler ist.

Auch nach fast zweieinhalb Stunden war die 81-jährige Prekop am Mittwochabend immer noch so voller Elan, dass sie mit den zahlreichen Zuhörerinnen noch kurzerhand einen Kanon einübte.

Wenn du Jirina persönlich sehen möchtest, schau rein unter http://www.youtube.com/watch?v=xDrTKehulF0

 

 

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